Daniela Kummer

Daniela Kummer

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Alle lieben es zu reisen...

...aber niemand will Tourist sein. Tourismus wird den schalen Beigeschmack der plakativen Banalität nicht los. Der klassische Tourist bewegt sich wie auf Schienen, genießt was genossen zu werden hat, fotografiert, was alle fotografieren und verschwindet wieder. Hoffentlich hat er Geld da gelassen, denn deshalb tun sich das die Verantwortlichen der Tourismusdestinationen ja an. Schnell muss es gehen, viel muss es sein und so kontrollierbar wie möglich soll es bleiben. Sicherheit geht vor, dann kommen gleich Spaß und Entspannung. Für jeden etwas, ganz der Zielgruppe angepasst.

Fake City

Während meines letzten Urlaubes - ich war in eine kroatische Tourismushafenstadt eingeladen worden, die wirklich fast täuschend echt auf alt gemacht ist und durch die abends ausschließich Touristen flanieren, wenn man von den kroatischen Tourismusbediensteten und ihren pubertierenden und postpubertierenden Nachfahren absieht - erlitt ich eine schwere Urlaubsneurose. Es war nicht nur viel zu heiß und viel zu voll, zum Gaudium der Touristen wurde auch noch ein "traditionelles" Eselrennen durch die Straßen des Zentrums veranstaltet. Ich hab´ mir das nicht angeschaut, aber die Mädels berichteten von blutigen Striemen auf Eselpopos. Bei sowas neige ich zu Wutanfällen und Hasstiraden. Das will niemand hören. Nach einem Autounfall und verstörenden Kommunikationen in fremder Sprache waren wir froh, endlich wieder die Heimfahrt anzutreten.

Touristophobia - Angst vor Touristen

Außer mir kenne ich noch unzählige andere Menschen, die es hassen, als Tourist im Ausland auf gleichsprachige Touristen zu treffen. Der gleichsprachige Tourist ist immer Inbegriff der Fremdscham. Unter keinen Umständen möchte man mit ihm in Verbindung gebracht werden. Womöglich verfällt man schlagartig in erbittertes Schweigen, um nur ja keine phonetischen Parallelen mit dem Touristen gegenüber zu outen. Touristische Verbrüderungen finden nur in Ausnahmefällen statt, etwa bei Not oder Trunkenheit. Die einzige Alternative ist Flucht. Da man als Tourist in der Fremde aber nicht weiß, wohin man in Tourismuszentren vor Touristen fliehen könnte, muss man dieses eine Mal noch irgendwie durchstehen, sich danach aber dringend neu orientieren, wenn´s um Urlaub geht.

Mikrotourismus als Ausweg

Seit diesem Event bin ich Protagonistin des Mikrotourismus. Bestimmt gibt es diesen Ausdruck bereits, aber mir ist er eben auch eingefallen und zwar für meine Chance, die Touristin in mir mögen zu lernen. Die hat nämlich...

...Lust auf alles andere

Mikrotourismus heißt Lust auf Details. Mikrotourismus heißt aber auch Lust auf Vergessenes, Lust auf Schrulliges, Lust auf Natur und Tiere und vor allem, Lust auf Menschen jeder Mikroregion. Das Beste am Mikrotourismus ist, dass man nicht weit fahren muss, denn jedes stolze Örtchen hat ihn. Schau hin oder schau her auf den Wortstern, mikrotouristische Reiseberichte folgen in Kürze!

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Die Zeit am Wendepunkt Featured

Die Zeit am Wendepunkt

Published in Willkommen am Wortstern

Es ist tatsächlich so gekommen - wir hätten es schon nicht mehr geglaubt. Die Zeit hat sich gewendet und plötzlich erwacht die Hoffnung neu - stärker, größer und schöner denn je.

Die Fratze des Bösen

Als dieser menschenverachtende, moralbefreite, dafür umso machtgeilere Sturm über Österreich fegte, konnten wir nur noch die Köpfe einziehen und warten, hoffen und beten, dass er vorbeizieht. Zutiefst irritiert, schockiert und frustriert darüber, dass sich das Niedere, Gemeine und durch und durch Zersetzende so selbstbewusst vor jeder humanistischen Errungenschaft aufpflanzte, als wäre dies sein Recht. Das Böse - ein Begriff, der meinem Wortschatz und dem dahintersteckenden Gedankengut so fremd war, wie Himmel und Hölle - ist zu einer schamlos grinsenden Fratze geworden, die sich wie selbstverständlich in den Medien breitmacht und ihren Fäulnisgestank durch die olfaktorischen Zentren ganzer Nationen faucht.

Meine erste Reaktion war wegducken. Es nicht wahr haben wollen. Einfach nicht hinschauen. Ohren zuhalten, Zähne zusammenbeißen. Ich war nicht bereit, mich mit einer Realität auseinanderzusetzen, die das, was ich am allermeisten verachte, nämlich Ignoranz, Ungerechtigkeit und Verlogenheit, plötzlich als Status Quo installierte. Es war, als hätte sich ein, bis in jede Pore kriechender, Nebel des Grauens über das Land gelegt, um so freundliche und gutmütige Leute wie dich und mich auszuzehren, bis wir darniedersinken und so durchsichtig würden, dass dieses dumpfe Wabern sich unserer bequem bemächtigen und uns in konforme Mitstinker mutieren könnte. Mit immer größer werdendem Unbehagen beobachtete ich, wie wir uns langsam daran zu gewöhnen begannen. Das machte es nicht besser, aber es wurde zu einem ebenso vertrauten Ekel, wie ihn der schwefelige Mief hervorruft, der bei Tiefdruck aus Kanälen steigt. Bleibt die Wetterlage stabil und der Gestank hält an, nehmen wir ihn bald nicht mehr wahr.

Zack und weg

Und plötzlich war alles anders. In fassungsloser Extase starrten wir auf Bildschirme, versanken in Artikeln und konnten unser Glück nicht fassen…zack, zack, zack…und tschüss. Wie über Nacht war der Spuk vorbei - ein bisschen rumpel, ein wenig bumpel noch im nachhinein, und dann waren auch die letzten Schergen des Bösen stolpernd über die Klinge gepurzelt. Übrig blieb das großväterlich beruhigende Lächeln des Vaters der Nation, der seinen Kindern aufmunternd zuredete und großzügig imaginäre Bussis auf seelische und intellektuelle Wunden hauchte. Und nur ein paarmal schlafen später war wieder alles neu - das Böse besiegt, der Nebel verzogen, das Land im Freudentaumel. Sogar das Wetter schlug von dauertrüb auf strahlend schön um. Man kam mit dem Verarbeiten der Neuigkeiten fast nicht nach.

Heute haben wir uns wieder daran gewöhnt. Diesmal an das Gute, dessen auch wir ein Teil sein dürfen, wie wir vorher Teil des Bösen zu sein hatten. Aber wir sind gar keine Teile, sondern bestehen höchstens aus welchen, die aber in allem zusammenhängen. Wir sind ein Ganzes und zwar jeder für sich. Gemeinsam mit anderen werden wir ein größeres Ganzes und im Einklang mit allem wird das Ganze dann richtig groß.

Endlich mal die Welt retten

Ich weiß, am Anfang wirkt es ein bissi unbequem - also ganz anders, als das gemütlich saturierte Absondern von Erschütterung, Anteilnahme oder Besserwisserei auf diversen Social Media Kanälen. Und viele Petitionen unterschreiben, bissi spenden vielleicht, ist ja schließlich auch was. Aber es hilft nix, Freunde. Wir müssen jetzt Hand anlegen und selbst anpacken. Außer uns kann das nämlich keiner. Wir können da nichts delegieren und auch die Schuld nicht auf andere abwälzen, seien sie noch so geldgierig, machtgeil und selbstverliebt.

Es ist ein dramatischer Irrtum zu glauben, dass nur die Politik was ändern kann. Klar könnte sie, aber wir dürfen schließlich nicht davon ausgehen, dass wir es hier mit weisen Altruisten oder verantwortungsvollen Humanisten zu tun haben. Solche sind bis jetzt leider immer in der Minderheit, nicht an den Hebeln. Gehen wir also vorsichtshalber vom Schlimmsten aus und nehmen an, dass es den Machthabern ausschließlich um Macht, Geld, Geschäfte, Kriege und obskure Schulterschlüsse geht. Und dann halten wir ganz klar und deutlich fest: Die sind nicht so wie wir. So sind wir nicht.

Einer für alle

„Aber ich allein kann ja nichts ausrichten“, hört man gebetsmühlenartig von den duldsamen Steuerzahlenden, denen hemmungslos auf den Kopf ge…(denkt euch das selbst) wird. Aber das ist ein Irrtum! Wenn euch Greta und Rackete nicht genügen, dann denkt doch an Ghandi oder Mandela - die waren auch allein, aber nicht lange. 
Es ist wie mit einer leeren Tanzfläche - die Musik spielt, die Füße wippen, aber keiner traut sich anzufangen. Sobald sich ein einsamer Floor Filler ganz allein auf den Tanzboden gewagt hat, strömen alle anderen Tanzgierigen erlöst hinterher. Und sie sind dankbar dafür, dass sich Eine/r getraut und damit alle anderen befreit hat.

Alle für einen

Und zwar für einen Planeten. Wir haben nämlich nur den einen und für den tragen wir Verantwortung. Jeder trägt sein Päckchen an Verantwortung, manche nur ein winziges, andere ein riesiges - egal. Bewusst muss es uns sein. Hinschauen, hinhören und hinfühlen dürfen, können und müssen wir!
Keine Sorge, wir brauchen keine Revolutionen anzuzetteln, müssen keine Barrikaden stürmen - ja, uns noch nicht mal sonderlich weit aus dem Fenster lehnen, sondern einfach in unserem kleinen, banalen und doch so unermesslich wichtigen Alltag anfangen und nicht mehr damit aufhören.

Ich geh das jetzt an (okay, ich hab´ schon angefangen, um bei der Wahrheit zu bleiben, und die ist das Wichtigste überhaupt). Aber ab heute mach´ ich Aktion scharf und zettle doch eine Revolution an - meine kleine, ganz private Rebellion gegen diesen ganzen Wahnsinn:

Rebellion im Alltag!
Und davon möchte ich euch berichten, hier am Wortstern. Das wird ein Spaß! Schaut´s vorbei!

 

 

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